Architektur

Das einzigartige Design des Zentralgebäudes

„Architecture has to deal with infrastructure and with materials, air-conditioning, and electricity. But ultimately, that’s not what it’s about. It’s a cultural medium. It has to be able to communicate.“

DANIEL LIBESKIND
Architekt, nebenberuflicher Professor der Leuphana
(2007 – 2016)

Daniel Libeskind will mit seiner Architektur Orte für Begegnung, Reflexion und Austausch schaffen. Seine Architektursprache ist frei von vordergründiger Symbolik, nutzt jedoch eine Vielzahl von Referenzen und Bezügen. Seine Projekte sind immer voller Optimismus, da sie die Möglichkeit ergreifen, eine bessere, demokratische Zukunft mitzugestalten. Dies ist unweigerlich verbunden mit der Frage nach der gemeinsamen Vergangenheit.

Die Entwürfe von Daniel Libeskind, allen voran das Jüdische Museum in Berlin, schaffen eine Vielzahl von Möglichkeiten, um sich zu fragen, wohin wir gemeinsam gehen wollen. Das ist unweigerlich verbunden mit der Frage nach der gemeinsamen Vergangenheit. Diese zeitliche Dimension ist allgegenwärtig in seiner Architektur. Sie wird besonders deutlich am Leuphana Zentralgebäude, das in seiner Ästhetik im bewussten Kontrast zur Kasernenarchitektur des Leuphana Campus steht. Es gibt keine vordergründige Vermittlung zwischen dem Vergangenen und dem Zukunftsweisenden, weil diese Vermittlung durch die Menschen stattfinden muss, die den Ort beleben. In diesem Sinne ist Architektur nicht nur ein Haus, sondern ein kulturelles Medium für Geschichte(n) und Inspiration. Die Sprache, die Daniel Libeskind hierfür gefunden hat, zieht sich wie ein roter Faden durch seine Entwürfe.

Sie dem Dekonstruktivismus zuzurechnen, ist nur zum Teil richtig. Denn er stellt sich mit ihnen nicht gegen eine bestimmte abendländische Tradition. Sein Verzicht auf rechte Winkel ist eher dem Faktischen geschuldet. Seit der Entwicklung der nicht-euklidischen Geometrie und der naturwissenschaftlichen Fortschritte im 20. Jahrhundert haben die Formen und Berechnungen, die uns in Wissenschaft und Alltag begegnen, eine erstaunliche Variation angenommen. Wir operieren mit einer Vielzahl von Annäherungen, Variablen, Unschärfen und Vektoren. Umbrüche und Kontingenzen werden als selbstverständlich empfunden. Damit stellt sich die Frage nach unseren Orientierungsmöglichkeiten in Alltag und Wissenschaft auf radikal neue Weise. Im Raumgefühl von Libeskinds Architektur wechseln sich Orientierung und Desorientierung beständig ab, gerade weil dies unserer modernen Lebenswelt entspricht.

Wer den Entwurf des Leuphana Zentralgebäudes als Provokation empfindet oder als Fremdkörper, hat sich vermutlich allzu sehr mit dem umliegend Gegebenen abgefunden und damit, wofür es steht. Aufbruch, Hoffnung und Mut kann nur ein Ort vermitteln, der mit dem Vorhandenen bricht. Das Leuphana Zentralgebäude steht quer zur Achse des Campus, der einst eine Kaserne war, um das Bisherige in Frage zu stellen und die Erinnerung aufzuwühlen. Von der Uelzener Straße her ragt es wie ein Fingerzeig aus der Flucht der Kasernenbauten hervor, um zu zeigen, dass hier etwas für die Zukunft entsteht: die Realisierung der Vision, als Universität der Provinz zu einer offenen Gesellschaft beizutragen. Das neue Zentralgebäude ist dafür eine wesentliche Voraussetzung.

Ihre Ansprechpartnerin

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Kolja Seelenmeyer

Assistenz der Geschäftsführung